Hochvogel - September 2021

 Zeitraum: 05. bis 12.09.2021

                        Art: Sommerausfahrt

 Gruppe: Kletteraffen

An einem sehr frühen Sonntagmorgen trafen sich 13 noch nicht ganz wache, dafür sehr sehr motivierte Kletteraffen am Seelturm in Ulm. Voll bepackt radelten wir aus der noch schlafenden Stadt und folgten der Iller immer stromaufwärts in Richtung der Berge. Nach erfolgreich behobenem Kettenriss ging es weiter und wir schafften es auf dem eigentlich schnurgeraden Illerradweg einen Kreis zu fahren. Das Wetter war wunderbärchen und ein Großteil der Gruppe nahm ein erfrischendes Bad im Fluss. In Leutkirch angekommen, wurden wir herzlich mit Apfelschorle und Keksen von Jonas‘ und David‘s Großeltern empfangen. Da viele trotz der anstrengenden 80 Kilometer noch nicht müde genug waren, ging es erstmal auf den nahegelegenen Bolzplatz. Abends wurden wir mit Salat und großen Menge an sehr leckeren Kässpätzle verwöhnt. Satt und glücklich fielen wir auf unsere im Garten ausgebreiteten Isomatten. Die erste Etappe in Richtung Hochvogel war geschafft!

Am nächsten Tag machten wir uns nach einem sehr leckeren Frühstück auf zur Jugenbildungsstätte in Bad Hindelang. Nachdem wir uns viele Berge hoch gequält hatten, kamen wir wieder an der Iller an, wo wir eine Badepause einlegten. Während wir in der eiskalten Iller badeten, nutze Alex die Zeit, um die beiden kaputten Reifen des Anhängers auszutauschen. Außerdem gab es an der Badestelle eine Rope-Swing, die ein paar Teilnehmer*innen nutzen. Anschließend fuhren wir weiter in Richtung Ziel, stoppten jedoch noch in Sonthofen, um ein Eis zu essen. Nach dem kleinen Snack und den obligatorischen Corona-Tests fuhren wir weiter bis zur Jubi, unserem Base-Camp für die nächsten Tage. Wir aßen noch eine sehr leckere Linsenbolognese und fielen anschließend müde ins Bett.

Früh morgens um 6:30 Uhr klingelte uns der Wecker aus dem Bett. Gestärkt nach einem guten Frühstück haben wir uns wieder auf unsere Räder geschwungen, um die letzten Kilometer bis zu unserem Fahrradstellplatz zurückzulegen. Bereits um 11Uhr erreichten wir das Fahrraddepot und begannen den Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus. Während des Aufstiegs lernten wir, dass Murmeltiere Schnitzel fressen, Steinadler Dackel fangen und Gämsen durch die Nase pfeifen. An der Hütte angekommen haben wir die Sonne bei Kaiserschmarrn und Apfelstrudel genossen. Den Nachmittag wollten wir ursprünglich am nahegelegen See verbringen, dieser war jedoch enttäuschenderweise augetrocknet. Stattdessen vertieben wir uns die Zeit mit Acro-Yoga, Spielen und dem Legen eines jDAV-Schriftzugs aus Steinen. Besonders viel Spaß hat uns das „Blinzeln“ gemacht, bei dem einige von uns nicht von ihrer Partner*in loskamen. Hungrig vom Spielen nahmen wir unseren Platz in der Stube ein, wo der Zug die Tischnachbarn verscheucht hat. Danach genossen wir ein sehr leckeres 4-Gänge-Menü und fielen müde und zufrieden in unser Lager. Lilli lachte uns alle in den Schlaf.

Der Wecker klingelte wie immer viel zu früh, um 6:30 Uhr. Nachdem wir uns mit Skiwasser, Samba und Müsli gestärkt hatten, starteten wir unsere Tour in Richtung Hochvogel. Während die Schweine noch von ihrem Schweinehimmel träumten, schritten wir, Annika voran, unsererseits dem strahlend blauen Himmel entgegen. Bevor das Gelände unterhalb der Kreuzspitze etwas schwieriger wurde, wechselte die Leitung zu Paula. Am Gipfel der Kreuzspitze begrüßte uns die Morgensonne und eine große Tafel Oreo-Schokolade. Wieder erholt, setzten wir unsere Tour fort. Über schotteriges Kraxelgelände erreichten wir am Mittag den Höhepunkt unserer Sommerexpedition. Zur Belustigung der anderen Gipfelgäste verewigten wir uns mit ein paar witzigen Reimen im Gipfelbuch. Beim Abstieg steuerten wir die Balkenscharte an und verkürzten uns die Strecke durch eine rasante Rutschpartie im Schotter ein wenig. Während ein Teil der Gruppe noch die südliche Fuchskarspitze ansteuerte, ging es für die anderen zurück zu Hütte, wo der Empfang für die späteren Rückkehrer vorbereitet wurde. Als diese schließlich auch angerannt kamen, gab es direkt Abendessen. Dabei sorgten wir mal wieder für beste Unterhaltung im Umkreis. Nachdem das Chaos aus Waschbeuteln, Hüttenschlafsäcken, Zahnpasta und Papierschnipseln beseitigt war, lachten wir uns zufrieden in den Schlaf. Damit war die vierte Etappe geschafft.

Nach dem Frühstück haben wir eine kurze Tour auf den Glasfelderkopf gemacht und von dort noch einmal das Alpenpanorama genossen. Glücklicherweise hatte sich noch niemand verletzt, doch um im Falle eines Falles gut vorbereitet zu sein, haben wir auf der Wiese vor der Hütte unsere Erste-Hilfe-Kenntnisse noch aufgefrischt. Nach der Übung veschiedener Transportmöglichkeiten für Verletzte, hatten wir uns den letzten Kaiserschmarrn redlich verdient. Anschließend sind wir zu Fuß zu unserem Fahrraddepot abgestiegen und das letzte Stück mit den Rädern abgefahren. Dank unseren dicken Rucksäcken waren wir schwer genug, um sogar eine ambitionierte Rennradfaherin zu überholen. In Hinterstein genossen wir eine Abkühlung in der Prinz-Luitpold-Gumpe und sogar Lilli musste jetzt zum ersten Mal ins Wasser. Zur Belustigung aller Badegäste wurde sie von Lars, Eric und Jonas zuerst durch das ganze Schwimmbad getrieben und getragen, bis sie schließlich mehr oder weniger freiwillig im Wasser landete. Zurück an der Jubi gab es Nudeln mit Pesto und sehr leckere Mousse au Chocolat. Nach einer Runde Activity für Arme, schlüpften wir alle müde und zufrieden in unsere Betten und freuten uns am nächsten Morgen ausschlafen zu dürfen.

Das lang ersehnte Ausschlafen endete früher als erwartet. Wir fanden uns bereits gegen 9 Uhr am Frühstückstisch ein. Für den Lerneffekt veranschaulichten wir die gestern besprochenen Abläufe bei Notfallsituationen in einem Fließdiagramm. Gemeinsam entschieden wir, den freien Tag im Freibad zu verbringen.  Nach erfolgreichem Stopp im Supermarkt, stürmten wir das Naturfreibad in Bad Hindelang und genossen es, das ganze Schwimmbad für uns zu haben. Leider wurden wir nachmittags auch von oben nass und so kamen auch die Regenjacken zu ihrem ersten Einsatz und wir kehrten pitschnass in die Jubi zurück. Bei der Ersten-Hilfe lernten wir, dass man Unterkühlung am Besten mit Körperwärme entgegenwirkt. Besondes gut funktioniert das mit 13 Personen in einem Doppelbett. In diesem sehr gemütlichen Rahmen gab Teresa zu, dass sie sich seit dem Kettenriss am ersten Tag nicht mehr getraut hatte, am Fahrrad zu schalten. Ungläubig fragten wir uns , wie sie es all die Höhenmeter hoch geschafft hat. Bewegung kam erst in unsere Kuschelrunde, als Lilli und Joni von ihren Eltern abgeholt wurden und uns leider vorzeitig verlassen mussten.

Am Samstagmorgen mussten wir früh aufstehen und uns aus den Betten quälen. Nach einem leckeren Frühstück in der Jubi packten wir unsere Sachen und sattelten unsere Fahrräder. Es ging von Bad Hindelang nach Heimertingen. Schon nach wenigen Minuten fing es an zu regnen und wir mussten unsere Regenkleidung rausholen. Als der Regen endlich aufgehört hatte, platzte auch noch Annikas Reifen und wir mussten den Reifen flicken. Anschließend konnten wir weiterfahren. Doch nach ein paar Kilometern platzte noch mal der Reifen und wir hatten nicht mehr die passende Schlauch-Größe, da mussten wir einen kleineren Schlauch nehmen und erstaunlicherweise klappte es diesmal. Schließlich kamen wir erschöpft und müde bei Alex Onkel an. Dort haben wir Fußball gespielt. Später haben wir noch gegrillt und es gab einen köstlichen Couscous Salat. Zum Schluss sind einige von uns noch in den Pool gegangen, während die anderen Stockbrot gemacht haben. Danach krochen wir müde und zufrieden in unsere Schlafsäcke.

Der letzte Tag unserer gemeinsamen Sommerausfahrt begann wie immer mit einem Frühstück – Müsli, Milchpulver und Kakao. Lars erlitt schon frühzeitig seinen ersten Zuckerschock des Tages, bei dem Versuch die Kakao Packung aufzubrauchen. Ganz gemütlich starteten wir in die letzte Etappe. Es wurde gequatscht und gelacht. Am Vöhringer See legten wir nochmal ein Päuschen ein zum Baden und um das restliche Essen zu verwerten. Hierbei erlitten wir Zuckerschock Nummer 2: das zuvor halb volle Nutella Glas war danach leer. Nach einer Stunde etwa schwangen wir uns wieder auf unsere Räder. Noch 10,2 km, noch 10 km, noch 9,8 km…schon war es einstellig. Als die Kilometer so dahin purzelten wurden die Kletteraffen immer ruhiger und wir alle hingen unseren eigenen Gedanken nach. In Ulm angekommen, waren wir überwältigt von den vielen Menschen, die sich bei schönstem Wetter an der Donau tummelten. Waren wir doch die letzte Woche eher unter uns und in unserer eigenen kleinen Welt unterwegs gewesen. Am Seelturm wurden wir herzlich von unseren Eltern in Empfang genommen, mit Umarmungen, Handschlag und Apfelschorle von Papa Rettinger.

Eine wonderhübsche Woche liegt hinter uns, an die wir uns sicherlich noch lange erinnern werden. Toll, dass der Plan (mit dem wir schon im Februar begonnen haben) aufgegangen ist und dass wir es alle gemeinsam auf den Gipfel des Hochvogels geschafft haben! Mal sehen, wo es nächstes Jahr hingeht…

 Bericht: Kletteraffen

 Fotos: Caroline Katz, Paula Schumann