SirgenEin-stein - September 2020

 Zeitraum: 26 - 27.09.2020                                       Art: bouldern
 Gruppe: Steingemsen

 

Das ursprünglich geplante Mehrseillängenklettern viel erneut ins Wasser. Offensichtlich haben wir Steinzeithöhlengemsen da ein Händchen für. So brach unser Rudel am sechsten Tag der Woche von vor dem Seelturm auf. Die Sonne war gerade drei Finger breit über den Horizont gestiegen. Als erstes galt es Nahrung zu beschaffen, da sie nicht die Zeit hatten, noch einen Säbelzahntiger oder ein Mammut zu jagen, entschieden sie sich für vegetarische Ernährung. Die Region um Ulm ist ohnehin nicht mehr für ihren üppigen Bestand an Urzeitwild bekannt. Also machten sie sich auf zum Platz vor der großen religiösen Höhle um dort diverse Acker- und Feldfrüchte zu besorgen. Nach dem sie genügend Nahrung für zwei Tage gefunden hatten kehrten sie zurück zu ihrer Heimathöhle. Doch dort gefiel es ihnen nicht so richtig, die Stadt war ihnen zu laut, die Landschaft war zu eintönig. Um diese Umstände zu ändern, wollten sie sich woanders umsehen. Da es regnete, stiegen sie auf ihr technisches Pferd, das stark genug war, alle sechs Steinzeithöhlengemsen tragen zu können. Sie ritten der Blau entlang flussaufwärts, bis sie eine schöne Höhle am Talhang erblicken. Sie parkten ihr Pferd am Wegesrand und stiegen beladen mit ihren aus Pelz gefertigten Bouldermatten zum Fels auf. Während dem Aufstieg lag eine Mischung aus Singen und Zirpen in der Luft, also entschieden sie den Fels und die dazugehörige Höhle Sirgenstein zu taufen. Oben angekommen breiteten sie sich großzügig aus, sie gingen davon aus hier heute keine anderen Steinzeitlebewesen zu begegnen. Das Wetter schien zu schlecht, es nieselte leicht und der Himmel war grau. Also begannen sie sich selbst Boulder zu suchen, der im Führer als Warm-Up bezeichneter Boulder entsprach nicht unseren Ansprüchen an ein „Warm-Up“. Nach dem wir einen gefunden hatten probierten wir uns ausgiebig aus. Wir vergaßen die Kälte und das Schmuddelwetter sehr schnell. Unser Eifer wurde lediglich durch vorbei spazierende Artgenossen unterbrochen, die uns fragten, ob wir hier wohnen würden. Anfangs verneinten wir lächelnd. Nach und nach malten wir uns aus, wie es wohl sein müsse, in einer Höhle zu leben. Der Gedanke gefiel uns. Gegen Nachmittag machten wir noch Bekanntschaft mit einem Menschen, der tatsächlich nah an einen Höhlenbewohner herankam, der Höhlenführer des Hohlen Felsens bei Schelklingen. Er erzählte uns viel über die Höhlen im Blautal, vor allem über die Lebewesen in Höhlen. Hinaufgekommen war er, um nach den Fledermäusen zu schauen. Der Höhlenführer erzählte außerdem von Ameisenlöwen, die meist in trockener Erde unter Felsüberhängen leben. Sie graben sich in die Erde ein und hinterlassen an der Oberfläche eine kegelförmige Grube. Und warten darauf, dass eine Ameise in die Grube läuft um sie dann zu verspeisen.

Nach diesem sehr lehrreichen Gespräch spielten wir noch eine Runde UNO mit vielen Sonderregeln, die das Spiel in die Länge zogen. Nach diesem Spiel war die Kälte in unserem Bewusstsein zurück. Wir zogen alle Pelzlagen an, die wir bei uns hatten. Und beluden unser Pferd um Richtung Schlafplatz aufzubrechen. Wir hatten einen Lagerplatz in der Nähe von Altheim auf dem Plan. Wir kannten ihn, weil eine Steinzeithöhlengemse von uns dort eine Streuobstwiese besaß. Dort angekommen, bauten wir einen wind- und wasserfesten Nachtplatz auf. Nach unserem drei Gänge-Menü bestehend aus griechischem Salat, Chilli con Schokolade und Akesa (Apfel-Keks-Sahne) schliefen wir schnell ein.

Nach einer kalten aber trockenen Nacht, frühstückten wir die Reste des Akesa und warmen Milchreis, um dann gemütlich zusammen zu packen und in die einstein-Boulderhalle zu reiten. Dort verbrachten wir 4 Stunden mit Bouldern und bemerkten dabei den Kontrast von Fels- und Hallenbouldern. Nachdem die Finger blutig und die Lust erschöpft war, ritten wir zurück zum Seelturm. Dort striegelten wir unser Pferd und machten auch alles andere sauber.

Insgesamt war es trotz der Kälte und Nässe eine sehr schöne und lehrreiche Ausfahrt.

 

 Bericht: Timo Bachhuber
 Fotos:  Jeremias Weiher