In einem versteckten Eck der mittelalterlichen Stadtbefestigung steht der Seelturm am Zundeltor. Derzeit ist er noch weniger als sonst zu sehen, weil eingerüstet. Grund: Der alte Wasserturm hat ein Leck.
Der Seelturm ist zum Sicherheitsrisiko geworden, berichtet Herbert Häußler vom städtischen Gebäudemanagement: "Uns haben mehrfach Passanten gemeldet, dass Teile der Dachdeckung auf der Straße liegen." Das 20 Meter hohe Bauwerk war einst Wehrturm der Stadtbefestigung, diente dann als Wasserturm und ist als solcher heute der letzte erhaltene seiner Art (siehe Info). Wie sich nun gezeigt hat, war der Krieg am Ziegelsturz schuld. Häußler: "Es sieht so aus, als ob unter der Kugel auf dem Turmhelm ein Granatsplitter eingeschlagen war." Jedenfalls ist dort ein faustgroßes Loch auszumachen, Wasser kam rein und zermürbte den hölzernen Dachstuhl. Eine Reparatur nach dem Krieg scheint dieses Problem nicht wirklich gelöst zu haben.
[...]
Am Seelturm hat in der vergangenen Woche unterdessen ein Termin beim Spengler für eine Überraschung gesorgt. So wurde die Messingkugel mit Wetterfahne abgenommen, und: "In der Kupferabdeckung hat es Inschriften von 1814", erzählt Häußler, der sich von da oben auch über handgeschmiedete alte Halteeisen freut. Diese könnten sogar die heutigen Nutzer des Seelturms interessieren: Die Jugend des Deutschen Alpenvereins Ulm/Neu-Ulm hat dort ihren Treff.
Quelle: SWP 22.08.11