| Erfahrungen einer Jugendleiterin |
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"Den Bergen näher sein, das war ein positiver Effekt meines Umzugs von Berlin nach Ulm vor zwei Jahren. Die 130km bis in die Allgäuer Berge waren mir aber noch zu viel, also wurde ich Mitglied in der Jugend 2. Mir gefiel es da so gut, dass ich mich entschloss, mehr für die Ulmer jdav zu machen. Es war eine leichte Entscheidung, Jugendleiterin zu werden; das konnte ich mir gut vorstellen. Durch die vielen Möglichkeiten, auch in anderen Gruppen wie der Jugend 1 erste Leitungs-Erfahrungen zu sammeln, verfestigte sich meine Entscheidung. Das Jahr als Jugendleiter-Azubi hat mir viel gebracht, sei es das ordentliche Planen von Touren in den Alpen oder auchsolche Sachen wie das sehr große Diskussionspotential bei den Jugendleitersitzungen zu spüren. Teil unserer Jugendleitergruppe zu sein heißt auch, sich mit verschiedensten Themen und weit auseinander gehenden Meinungen zu befassen, aber das ist allemal besser als eine „Es-ist-mir-egal-was-gemacht-wird“-Mentalität. Seit Jahresanfang betreue ich mit Steffi Maier zusammen die Kindergruppe; 10 sehr energiegeladene Kids im Alter von 8-12 Jahren. Es ist manchmal sehr anstrengend und noch häufiger sehr laut, doch es macht riesigen Spaß, den Kids etwas beizubringen. Wenn sie den Prusikknoten und das Abseilen beherrschen, sie so ein Seil rauf- und wieder runterrauschen und gar nicht genug bekommen (wo nehmen die die ganze Energie bloß her??? Das ist mir noch ein echtes Rätsel…), dann macht das Jugendleiter-Sein richtig Spaß. Noch zum Thema Spaß; es gibt natürlich noch andere Dinge, die den „Job“ super sein lassen: Da wäre zum Beispiel das Leiten an sich. Eigene Entscheidungen für die Gruppe treffen zu müssen, sich selbst zu fragen „warum“ etwas so oder so gemacht wird und mit gelernten Dingen Neues zu durchdenken, das macht Spaß. Und, die Meinung kann darüber auch anders sein, mir gefällt auch das offenkundig „langweilige“ Planen von Ausfahrten am Schreibtisch, der Papierkram, der so viel eigentlich gar nicht ist; der Umgang mit Karte, die Gehzeitberechnung, die Kalkulation von Geld & Essen (Bergsteiger essen vieeeeel ;-), Entscheidungen wie Hütte oder Biwak, 1 oder 3 Tage, Bergtour oder Spaßwochenende, das Finden von Themen für die nächsten Gruppenabende. Und eins ist das Schöne; nach einer Planung findet das ganze auch statt, nicht immer so, wie man es sich gedacht hatte, doch irgendwie funktioniert es immer. Die Wochenenden oder Wochen mit Leuten zu verbringen, die sich genauso für etwas begeistern (überwiegend zumindest), ist schön. Klar, es gibt Konflikte, geplatzte Ausfahrten, nervige Situationen, doch in meinen Erinnerungen scheint das Gute am Längsten zu bleiben. Nun noch ein paar „Fakten“ zum Schluss: Im Jahr führen wir mit der Kindergruppe ca. 8 Ausfahrten, oft mehrtägig, durch. Wir machen alles, von Pizzabacken an Gruppenabenden bis über Sportklettern bis Klettersteige und Bergtouren in den Alpen. Mit der Zeit werden auch fast alle anderen „Spielarten“ des Bergsteigens dazukommen, je nach Alter und Lust in der Gruppe. Ich bin seit 2 Jahren im DAV aktiv, davon 1 Jahr als Jugendleiter-„Azubi“. Vor zwei Monaten habe ich die Jugendleiterausbildung auf der JuBi in Hindelang besucht. Nebenbei starte ich jetzt mit meinem Studium in Ulm." Theresa Jakob |
